A1-Zubringer in Oensingen: Neue Anlage zur Behandlung des Strassenabwassers

Der Kanton Solothurn saniert dieses Jahr den Strassenbelag des A1-Autobahnzubringers zwischen der Ein- und Ausfahrt Oensingen Nord und der Kreuzung Äussere Klus. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung wurde eine Strassenabwasserbehandlung notwendig. Als Projektingenieurbüro hat die Emch+Berger AG Solothurn die Anpassung des Entwässerungssystems entwickelt sowie den Bau begleitet.

Von der Autobahnausfahrt Oensingen führt die Zubringerstrasse in den nördlichen Teil des Kantons Solothurn durch eine Klus nach Balsthal. Da es sich dabei um eine der einzigen Zufahrtsmöglichkeiten handelt, ist die Verkehrsbelastung mit rund 17‘000 Fahrzeugen am Tag sehr hoch. Das Strassenabwasser auf den rund zwei Kilometern Kantonsstrasse gelangte bisher an zwei Stellen unbehandelt in den Fluss Dünnern. Das hohe Verkehrsaufkommen erfordert nach den heutigen Richtlinien jedoch eine Behandlung des Strassenabwassers. Diese stellte angesichts des flachen Gefälles eine grosse Herausforderung dar.

Der Entwässerungsabschnitt konnte in drei Teilstücke unterteilt werden. Im mittleren Abschnitt wird das Strassenabwasser nun über die Strassenschulter und über humusierte Entwässerungsmulden versickert. Dank dieser Lösung konnte das anfallende Abwasser in der neuen Strassenabwasserbehandlungsanlage (SABA) um einen Drittel reduziert werden. Die beiden weiteren Abschnitte wurden neu verbunden und einer einzigen SABA zugeführt. Um eine Überlastung des unteren Leitungssystems zu verhindern, wurde die Verbindungsleitung als Staukanal ausgebildet, und das Abwasser wird somit gedrosselt weitergeleitet. Die Kosten liessen sich so erheblich verringern.

Die Strassenabwasserbehandlungsanlage wurde in einer ersten Variante als Retentionsfilterbecken geplant. Doch die vorhandenen Höhen, die Leitungssohle, die Terrainhöhe und der Auslauf in den Vorfluter (Fluss Dünnern) verhinderten eine Einleitung in natürlichem Gefälle. Somit hätte ein vorgelagertes Becken mit Pumpbetrieb vorgesehen werden müssen. Die budgetierten Erstellungskosten stiegen dadurch massiv.

Dank einer von uns erarbeiteten Kosten-Nutzen-Analyse konnte eine alternative Lösung als Bestvariante gefunden werden. Die SABA ist neu als Fangbecken ausgebildet. Das Strassenabwasser wird gedrosselt neu der ARA Falkenstein in Oensingen zugeführt. Dank des Rückhaltevolumens von 70 Kubikmetern lässt sich der anfallende Schmutzstoss auffangen. Bei sehr starkem Regenaufkommen wird das überschüssige Strassenabwasser via Überlauf in die Dünnern geleitet.

In den kommenden Sommerferien steht nun die eigentliche Strassensanierung an. Der Belagsersatz erfolgt unter Vollsperrung. Wir freuen uns auf diese anstehende zweite Herausforderung.

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Autor/en
Beat Affolter
Emch+Berger AG Solothurn