Investieren in erneuerbare Energien? - Gewusst wie

Wir unterstützen Sie bei der wirtschaftlichen und technischen Beurteilung von neuen und bestehenden Kraftwerken und entwickeln Ihr Projekt.

Mit der Energiestrategie 2050 gibt der Bundesrat die Stossrichtung der schweizerischen Energiepolitik klar vor: Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll gefördert, der Verbrauch fossiler Energieträger verringert und bestehende Kernkraftwerke am Ende ihrer Lebensdauer nicht ersetzt werden. Mit der Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen eröffnen sich für Investoren interessante Möglichkeiten, um in Projekte mit erneuerbarer Energie zu investieren und auf diese Weise die Energiewende mitzugestalten. Der Ausbau solcher Projekte wird in der Schweiz aktuell durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) vom Bund direkt gefördert und in Zukunft vermutlich mit eine Anreizregulierung ersetzt.

Dank der nachhaltigen Ausrichtung dieser Projekte sind die langfristigen Investitionsrisiken bedeutend geringer als bei Projekten mit fossilen Energieträgern, wie neue Gas- oder Kohlekraftwerke. Hier können Änderungen der Regulierungen ein abruptes Ende der Dividenden herbeiführen. Die Niederlande entschied beispielsweise den Ausstieg aus Kohlekraftwerken bis 2030, obwohl die letzten Kraftwerke erst 2015 ans Netz gingen. Wann und wie schnell diese angestrebten Änderungen im Energiemarkt letztlich umgesetzt werden, ist vielerorts noch unklar.

Wo stecken die Risiken?
Bei der Planung von Projekten erneuerbarer Energien stehen wir häufig in direktem Kontakt mit Anwohnern. Dabei stellen wir fest, dass erneuerbare Energien eine hohe politische und gesellschaftliche Akzeptanz geniessen. Zudem ist die Einsicht gewachsen, dass nicht alle Projekte abgelehnt werden können, wenn wir in der Schweiz weiterhin den gewohnten Lebensstandard halten möchten. Eine Erhöhung der Abhängigkeit vom Ausland im Elektrizitätsbereich wird meistens als negativ beurteilt.

Von der ersten Idee bis zur Erteilung der Baubewilligung sind in einem Projekt viele Abklärungen zu treffen, die wichtigen Stakeholder im richtigen Moment abzuholen und einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Eine zusätzliche Herausforderung ist, dass je nach Technologie andere Verfahren gelten und je nach Kanton unterschiedliche Massstäbe an die Untersuchungen gesetzt werden. Da Untersuchungen teuer, aufwendig und zeitintensiv sind, ist es wichtig, je Stufe nur die erforderlichen Untersuchungen auszulösen und so schrittweise voranzukommen.

Wie entwickelt sich der Elektrizitätsmarkt?
In den letzten Jahren hat sich der Elektrizitätsmarkt rasant entwickelt. Die Kosten für Photovoltaik (PV) sind rapide gesunken, bei der Windenergie ist durch das Ausschreibesystem in Deutschland viel Bewegung reingekommen. Benötigten die beiden Technologien vor einigen Jahren noch massive Subventionen, um am Markt mithalten zu können, werden diese in einigen Jahren die Grenzkosten für Elektrizität aus neuen Kraftwerken wesentlich mitbestimmen. PV hat bereits heute, sogar in der Schweiz, je nach Verbraucher die Netzparität erreicht. Die neuesten Projekte der Windenergie wurden in Deutschland zu den aktuellen Spotmarktpreisen angeboten, das heisst es werden keine Subventionen mehr gefordert. Mit dem geplanten Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland, dem Entscheid Frankreichs, der Niederlande, Grossbritannien und Italien, ihre Kohlekraftwerke in den nächsten zehn Jahren zu schliessen, schwinden die verfügbaren Kraftwerkskapazitäten in Europa. Somit sinkt die Überkapazität an Kraftwerken im europäischen Netzverbund. Der möglicherweise forcierte Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland könnte diesen Trend beschleunigen. In wenigen Jahren wird der Strommarkt in Deutschland deutlich anders aussehen und die Strompreise in der Schweiz stark beeinflussen. Der Strompreis dürfte in Zukunft wieder steigen, was Projekte in erneuerbaren Energien aus Sicht eines Investors deutlich attraktiver machen.

Welche Projekte sind rentabel?
Ein geringes Risiko ist in jeder Investition vorhanden. Die Unterschiede sind aber gross und die Projekte sind deshalb im Detail zu betrachten. Eine generelle Aussage ist nicht möglich. Dank der Technologieentwicklung sind beispielsweise in der Windenergie mittlerweile viele Projekte wirtschaftlich geworden, welche bisher als nicht realisierbar galten. Je nach Technologie, Standort, Entwicklungsstand und Chancen auf Erfolg kann sich ein Projekt entweder zu einer sehr rentablen Anlage oder zu einem Fass ohne Boden entwickeln. Für eine verlässliche Aussage sind neben der Beurteilung des zukünftigen Marktes (siehe oben) auch allfällige, nicht gelöste Herausforderungen eines Projekts anzupacken. Unabhängige Planer können potentielle Verbesserungen häufig rasch aufzeigen. Wirtschaftliche Modellierungen über die gesamte Lebensdauer mit relevanten Sensitivitätsanalysen erlauben es, den Einfluss der zahlreichen Parameter greifbar zu machen.

Unabhängige Beurteilung von Projekten und Anlagen
Projekte werden selten von einer Einheit von der ersten Idee bis zum Investitionsentscheid begleitet. Soll ein neuer Partner zum Einstieg in ein Projekt überzeugt werden, soll ein Projekt verkauft oder ein bestehendes Kraftwerk gekauft werden? Soll aus einer Idee ein florierendes Projekt entwickelt werden? In diesen Fällen ist eine fachmännische und unabhängige Beurteilung unbedingt zu empfehlen. Wie sich bei der Beurteilung vieler Projekte zeigt, lauern die grössten Gefahren nicht dort, wo sie zu Beginn befürchtet werden. Falls Sie sich die Investition in ein Wasserkraftwerk, ein Fernwärmenetz oder ein Windenergieprojekt überlegen, oder für Ihr Projekt neue Investoren suchen, beraten wir Sie gerne. Mit einer Due Diligence helfen wir Ihnen, Chancen zu nutzen, Risiken abzuwenden und Ihr Projekt professionell zu entwickeln. Je breiter Ihr Portfolio, desto weniger laufen Sie Gefahr, durch den Schiffbruch eines einzelnen Projekts andere gute Projekte verkaufen zu müssen. Mit gegenseitiger Beteiligung von Investoren kann die Exposition weiter gesenkt werden.

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Autor/en
Philipp Mattle
Emch+Berger AG Bern