Neubau Innovation Park und Panorama Residenz Vitznau

Brandschutz wird immer seltener dem Zufall überlassen. Brandereignisse mit katastrophalen Folgen sowie unser kontinuierlich steigendes Sicherheitsbedürfnis führen dazu, dass der Anspruch an den Brandschutz in neuen wie auch bestehenden Gebäuden stetig wächst. Eine massgeschneiderte Lösung, welche diesem Anspruch gerecht wird, stellt das Brandschutzkonzept für den Innovation Park und die Panorama Residenz Vitznau dar.

Wir begleiten im Auftrag der Bauherrschaft Park Hotel Vitznau AG, die Arbeitsgemeinschaft Marques AG sowie unsere Schwestergesellschaft in der Gruppe, die Büro für Bauökonomie AG, in brandschutztechnischen Fragen und Belangen. Der Neubau kommt angrenzend an das bestehende Parkhotel auf dem Areal Huseboden am Ufer des Vierwaldstättersees zu stehen. Die Überbauung besteht grundsätzlich aus dem Gebäudekomplex Innovation Park und der Panorama Residenz mit freistehenden Ein- und Mehrfamilienhäusern und Villen.

Aus brandschutztechnischer Sicht stellten sich eingangs für den Innovation Park verschiedene Herausforderungen, welche mit den Wünschen der Bauherrschaft, den Architekten und verschiedenen Planern sowie mit den aktuellen Brandschutzvorschriften vereinbart werden mussten. Aufgrund der Gebäudehöhenkategorie und der Nutzung sind für den Innovation Park die brandschutztechnischen Massnahmen gemäss der Qualitätssicherungsstufe QSS3 umzusetzen. Die Panorama Residenz wird in die Qualitätssicherungsstufe QSS1 eingestuft und dies konnte mit den Brandschutzvorschriften für Wohnungsbau ohne spezielle Anforderungen abgewickelt werden.

Die Herausforderungen des Innovation Park
Eine der grössten Herausforderungen beim Innovation Park lag darin, dass sich der geplante Kammermusiksaal mit der Bühne und der Mehrzwecksaal im hinteren Bereich des Gebäudes (Hangseite) befinden und über ein offenes Foyer, welches sich über drei Stockwerke erstreckt, erschlossen werden. Da es sich bei den beiden Sälen um Räume mit grosser Personenbelegung und verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten handelt, mussten die langen Flucht- und Rettungswege entsprechend festgelegt werden. Einerseits sind so verschiedene Fluchtrichtungen entstanden, anderseits mussten die Fluchtwegbreiten und -längen eingehalten werden.

Dank guter Zusammenarbeit, insbesondere auch mit der Gebäudeversicherung Luzern, konnten für die Entfluchtung massgeschneiderte Lösungen im Einklang mit den Brandschutzvorschriften in das Projekt eingebracht werden. Mit dem Brandschutz verträgliche Lösungen mussten auch in den beiden Untergeschossen erarbeitet werden. In diesem sind neben einem Bereich «Neurokulinarik» mit Bierbrauerei, Weinkeller, Käse- und Reiferäumen für Fleisch, verschiedenen Lager und Nebenräumen, eine Probebühne und Garderoben vorgesehen. Im zum Foyer offenen Erdgeschoss galt es, den Bereich «Gastrokulinarik» mit einer Bäckerei, Küche, Fischbecken und offenem Feuer unter Berücksichtigung der architektonischen und betrieblichen Gestaltung brandschutztechnisch abzutrennen. Auch in den Büros, den Konferenzräumen und im Hörsaal im 1. Obergeschoss mussten die Flucht- und Rettungswege sichergestellt werden. Der spezifischen Gefährdung entsprechende Beachtung musste der darüberliegenden REHA-Klinik mit ihren Patienten- und Behandlungszimmern sowie dem Hotelbereich geschenkt werden. Die Gewährleistung der Flucht- und Rettungswege sowie die Brandabschnittsbildung sind hier die zentralen Elemente für die Sicherheit im Brandfall.

Atrien und Lichthöfe
Um dem Gebäude Licht ins Innere zu geben, wurden verschiedene Atrien und Lichthöfe über mehrere Stockwerke vorgesehen, welche auch die verschiedenen Nutzungskategorien miteinander verbinden. In enger Zusammenarbeit mit dem Architektenteam konnten geeignete Lösungen erarbeitet werden, ohne die erhöhten brandschutztechnischen Kriterien für Atrien und Lichthöfe anwenden zu müssen.

Technischer Brandschutz
Auch beim technischen Brandschutz galt es, diverse Hindernisse zu überwinden. Für den Innovation Park ist ein Doppelschutz, das heisst eine Sprinkler- und Brandmeldeanlage, erforderlich. Verschiedene Bereiche müssen maschinell entraucht werden, einige Treppenhäuser werden zusätzlich mit einer Spüllüftung versehen. Betreffend Erschliessung verschiedener Installationszonen und Arbeitsbereiche, Gärgase im Bierbraukeller, mögliches Mehllager Bäckerei sowie Bühnentechnik wurden Lösungen in Absprache mit dem zuständigen Arbeitsinspektorat erarbeitet. Auch dem behindertengerechten Bauen sowie dem Einsatz der Interventionskräfte und der Löschwasserversorgung musste hohe Beachtung geschenkt werden.

Massgeschneidertes Brandschutzkonzept
Entstanden ist in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ein massgeschneidertes und bewilligungsfähiges Brandschutzkonzept. Eine weitere Herausforderung wird die brandschutztechnische Begleitung während der Ausführung bis zur Inbetriebnahme und zur Übergabe an den Bauherrn sein.

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Autor/en
Thomas Burkard
Mathias Kost
Emch+Berger AG Bern