Papillon Ried – ein neues Wohnquartier hebt ab

In der Gemeinde Köniz entsteht auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Zone im Ried im Ortsteil Niederwangen an bevorzugter Hanglage mit Sicht auf den Jura das zukunftsweisende Quartier «Papillon» für rund 2000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das Siedlungskonzept verbindet eine urbane Wohnatmosphäre mit naturnaher Lebensqualität, welche durch den geschickten Einbezug von Grünflächen und Wald erreicht wird. Die familienfreundliche und ökologisch ausgerichtete Überbauung umfasst Eigentums- und Mietwohnungen für unterschiedliche Ansprüche.

Das Gesamtprojekt umfasst neben der öffentlichen Erschliessung des neuen Quartiers und den neun Wohnbaufeldern als zentrale Elemente auch die bestehenden, alten Bauernhäuser des Weilers Ried und eine neue Schul- und Sportanlage. Der notwendige Kredit für die Schul- und Sportanlage wurde durch die Stimmbevölkerung der Gemeinde Köniz im Oktober 2017 mit grossem Mehr an der Urne bewilligt. Die Infrastrukturgenossenschaft Papillon, welche die privaten Investoren und Eigentümer der Baufelder umfasst, und die Gemeinde Köniz, entwickeln das neue Quartier gemeinsam in enger Zusammenarbeit.

Die Überbauung ist so angelegt, dass zwischen den Gebäuden Begegnungsräume mit Spielplätzen entstehen. Augenfällig ist zudem der hohe Anteil an Grünflächen, der zwischen den Siedlungsfingern erhalten bleibt. Im Zentrum des Areals liegt der Hang, welcher als grüne Freifläche mit vereinzelten Obstbäumen und eventuell als Schafweide genutzt weiterhin bestehen soll. Als zusätzlicher Naherholungsraum mit Aussicht bis in den Jura steht der Öffentlichkeit die Allmend am Waldrand im Bereich der Taubentränke zur Verfügung. Hier sind einige Grillstellen geplant. Das angrenzende Plateau soll weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Als weitere Naherholungsgebiete in unmittelbarer Nähe sind der Weiler Ried und der Könizbergwald für Spaziergänge und Sport vorgesehen.

Die Siedlung «Papillon» baut auf ein fortschrittliches Energiekonzept im Sinne der 2000-Watt-Gesellschaft. Angestrebt wird eine weitgehend CO2-emissionsneutral Energieversorgung. Erreicht werden soll diese durch den Einsatz von Erdsonden, Holzschnitzel und/oder -pellets zur Wärmegewinnung, sowie mit einer qualitativ hochstehenden Bauweise und vorbildlicher Wärmedämmung. Die elektrische Energie für die Erdsonden-Anlagen wiederum wird mit Photovoltaik erzeugt.

Mit dem Anspruch der Umsetzung nach den Grundsätzen der 2000-Watt-Gesellschaft wird ein ausgewogener Mix der Verkehrsträger angestrebt. Der motorisierte Verkehr wird über eine reduzierte Parkplatzquote eingedämmt. Die Buslinie 29 wird zukünftig die Wohnüberbauung Papillon mit dem Bahnhof Niederwangen und dem Zentrum von Köniz verbinden. Weiter wird eine direkte Veloverbindung durch den Könizerbergwald bis ins Holligenquartier der Stadt Bern angestrebt. Die grosszügigen Gehwege entlang der Papillonallee sollen die Fussgänger und Velofahrer sicher an ihre Ziele bringen. Innerhalb des Quartiers wird die Durchgängigkeit mit einem Fusswegnetz gewährleistet.

Die Realisierung der gesamten Überbauung erfolgt in vier grösseren Etappen über eine Zeitspanne von etwa zehn Jahren. Die Vorgaben für die Etappierung wurden in der Überbauungsordnung festgelegt. Zum heutigen Zeitpunkt laufen die Bauarbeiten am Baufeld E, welches im Zentrum der Überbauung liegt. Ab dem Frühjahr 2018 sollen die Arbeiten beim Baufeld A in Angriff genommen werden, welches wie das Baufeld F an die bestehende Überbauung anschliesst. Die Arbeiten an den Erschliessungsanlagen werden ebenfalls etappiert ausgeführt.

Emch+Berger hatte und hat im Gesamtkonzept der Überbauung Papillon verschiedene Rollen inne. Bereits in der Entwicklungsphase konnten die Erfahrungen aus der Gesamtüberbauung Brünnen Nord in das neue Umfeld eingebracht werden. Im Rahmen eines Bauherrenunterstützungsmandats werden die Miteigentümer bei der Entwicklung, Planung und Realisierung der Projektideen unterstützt.

Auf Basis des Masterplans (erarbeitet durch blue architects & Ruprecht Architekten GmbH und Müller Illien Landschaftsarchitekten) plant und realisiert Emch+Berger die gesamte Infrastrukturerschliessung des Quartiers als Gesamtplaner. Weiter werden in verschiedenen Baufeldern die Bauingenieuraufgaben wahrgenommen.

Die Entwicklung und Umsetzung des Quartiers Papillon ist durch eine enge und kooperative Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und den privaten Grundeigentümern geprägt. Mittels einer offenen Kommunikation und einem intensiven Austausch in Koordinationsgremien auf operativer und strategischer Ebene konnten für alle Fragestellungen passende Lösungen erarbeitet werden.

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Autor/en
Alan Müller Kearns
Emch+Berger AG Bern
Rolf Knuchel
Emch+Berger AG Bern
Andreas Spycher
Emch+Berger AG Bern