3D-Laserscanning: Gebäudeaufnahme auf historischem Landgut Schöngrün

Wo für Planungsvorhaben, Sanierungen oder Umbauten kein oder nur ungenaues Planmaterial zur Verfügung steht, ermöglichen modernste Messmethoden wie das 3D-Laserscanning, grossflächige topografische Informationen und komplexe Bauteilgeometrien innert kürzester Zeit zu erfassen. Emch+Berger setzt die Methode bereits seit mehreren Jahren erfolgreich für die Modellierung digitaler Bauwerks- und Gebäudemodelle ein.

Auf dem 44 000 Quadratmeter grossen Areal der ehemaligen Strafanstalt Schöngrün im solothurnischen Biberist liegt aktuell eine der grössten Baustellen der Region. Unmittelbar neben dem sich im Bau befindenden Neubau des Bürgerspitals Solothurn realisiert die Grundeigentümerin und Entwicklerin AXA bis Mitte 2020 einen neuen städtischen Wohn- und Lebensort mit 160 Mietwohnungen, einem Generationenhaus und grosszügigen Aussenräumen. Hinzu kommen halböffentliche und öffentliche Angebote in den Gebäuden des historischen Landguts Schöngrün.

Für die Renovierung der historischen, erhaltenswerten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert werden detaillierte Bestandspläne benötigt. Die drei Gebäude Gutshof, Stöckli und Scheune weisen mit ihren rund 300-jährigen Gewölbekellern und Dachkonstruktionen nicht alltägliche, komplexe Geometrien auf, welche sich mit herkömmlichem Messinstrumentarium nur umständlich und mit sehr hohem zeitlichem Aufwand erfassen lassen. Aufgrund der Komplexität und des Umfangs des Projekts hat Emch+Berger die drei historischen Gebäude vollumfänglich mittels eines terrestrischen 3D-Laserscanners aufgenommen. Im Vorfeld der Scanaufnahmen haben wir mittels Tachymetrie ein projektbezogenes, geodätisches Fixpunktnetz im Aussenbereich sowie über sämtliche Gebäudegeschosse der drei Gebäude erstellt. Dieses homogene und hochpräzise Netz dient der Georeferenzierung der Scandaten sowie der Gewährleistung und Überprüfung der Messgenauigkeit – dank 3D-Laserscanning im Millimeterbereich. Es ist somit entscheidend für die Qualität des digitalen Bauwerkmodells.

Für die vollständige Scanaufnahme der drei Objekte waren insgesamt 577 Scanstationen nötig, wobei die Aufnahme der komplexen Dachkonstruktionen aus dem 18. Jahrhundert die meiste Zeit in Anspruch nahm. Anschliessend an die Aufnahmen vor Ort wurden die Daten prozessiert. Aus den berechneten, georeferenzierten Punktwolken werden derzeit die vom Bauherrn geforderten Auswertungen erstellt. Nebst insgesamt 42 Bestandsplänen (Situationspläne, Grundrisspläne, Fassadenansichten und Gebäudeschnitte) steht von allen drei Gebäuden ein digitales Abbild in Form einer 3D-Punktwolke zur Verfügung.

Je nach Projektanforderung bieten wir unseren Kunden massgeschneiderte Mess- und Auswertekonzepte. Als Ergebnis resultiert jeweils eine solide Datenbasis für das weitere Planungsvorhaben. Hochauflösende Scandaten liefern die Grundlage, um Bestandsdokumentationen und CAD-Modelle zu generieren sowie sogenannte As-built BIM-Modelle (BIM im Bestand) zu modellieren, und dies in höchster Qualität. Die Fachspezialisten Geomatik von Emch+Berger setzen das Aufnahmeverfahren mittels 3D-Laserscanning seit mehreren Jahren in unterschiedlichsten Bereichen und Projekten erfolgreich ein. Fürs Erfassen, Auswerten und Verarbeiten von 3D-Daten weisen sie ein entsprechend grosses Know-how aus.

«3D-Laserscandaten bieten hochauflösende Grundlagendaten für unterschiedlichste Planungsvorhaben, insbesondere bei der Realisierung von As-built BIM-Modellen (BIM im Bestand). Emch+Berger verfügt über langjähriges Know-how und überzeugt mit individuellen, massgeschneiderten Gesamtlösungen.»
 

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Autor/en
Nicolas Schenk
Emch+Berger AG Vermessungen