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13.11.2020

Bauherrenvermessung Erneuerung A1 Kirchberg–Kriegstetten

Hohe Effizienz in der Vermessung dank modernster Messmethoden und Instrumente: Die Autobahn A1 zwischen Kirchberg und Kriegstetten wird umfassend erneuert. Insgesamt werden acht Kilometer Nationalstrasse sowie diverse Bauwerke instand gesetzt. Emch+Berger begleitet das Projekt von der Planungs- bis zur Ausführungsphase messtechnisch und setzt dabei auf modernste Messmethoden und Hilfsmittel wie Scannersysteme, Drohnen und Robotik-Tachymeter.

Die A1 zwischen Kirchberg und Kriegstetten ist seit Mitte der 1960er-Jahre in Betrieb. Einige Anlagenteile wurden zwischenzeitlich saniert. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, des Alters des Strassenabschnitts sowie neuer Vorschriften ist eine gesamthafte Erneuerung unausweichlich. Auf dem rund acht Kilometer langen Nationslastras­senabschnitt gilt es, den Belag, die Entwässerung, den Mittelstreifen und die Leitplanken zu erneuern. Kunstbauten wie Brücken und Unterführungen werden instand gesetzt. Der Rastplatz Chölfeld erhält eine verlängerte Ein- und Ausfahrtsspur. Zudem werden im Zuge des Projekts zwei neue Strassenabwasserbehandlungsanlagen erstellt. Der Oberholzbach neben dem Rastplatz Chölfeld wird umgelegt und renaturiert.

Für das Projekt führen wir die Vermessungsarbeiten aus, von der Projektierung bis zur Ausführung. Bereits 2014 führten wir die Grundlagenvermessung durch. In den Jahren 2017/2018 visualisierten wir für die öffentliche Auflage wichtige Projektelemente im Gelände. Seit 2019 sind wir während der Realisierungsphase mit der Bauherrenvermessung betraut.

Für die Projektierung der Sanierungsmassnahmen mussten der Bestand sowie die Oberfläche der bestehenden Fahrbahn und des benachbarten Terrains erfasst werden. Zu diesem Zweck setzten wir einen mobilen Laserscanner ein. Der Scanner sowie diverse Navigationssensoren, mit denen sich die gescannten Daten georeferenzieren lassen, wurden auf ein Messfahrzeug montiert. Mit diesem befuhren wir mehrmals den betroffenen Nationalstrassenabschnitt. Danach werteten wir die Scandaten aus und passten diese auf vorgängig erstellte Fix- bzw. Referenzpunkte ein. Anschliessend bereinigten wir die Daten. Vor allem Fehlmessungen aufgrund vorbeifahrender Fahrzeuge galt es zu eliminieren. In den bereinigten Daten konnten wir die benötigten Informationen wie beispielsweise Kunstbauten, Fahrbahnränder, Bruchkannten und Schächte in Lage und Höhe digitalisieren und konstruieren. Aus den digitalisierten Daten und den bereinigten Scandaten berechneten wir ein Terrainmodell. Dank dem Einsatz eines qualitativ hochwertigen Scannersystems und der Lagerung der Scans auf ein engmaschiges Netz von Referenzpunkten konnte auf dem Abschnitt, der nur wenig Gefälle aufweist, ein hochwertiges Fahrbahnoberflächen- und Terrainmodell erstellt werden. Der Einsatz des Scanners ermöglichte es zudem, Aufnahmen durchzuführen, ohne den Verkehrsfluss merklich zu beeinträchtigen.

Seit April 2019 laufen die verschiedenen Umsetzungs­etappen der Sanierungsmassnahmen. Bestandteil unseres Auftrags im Rahmen der Bauherrenvermessung ist es, ein Baufixpunktnetz zu erstellen, ergänzende Aufnahmen durchzuführen, die Detailabsteckung des Unternehmers zu kontrollieren sowie laufend die erstellten Bauteile (Leitungen, Rinnen usw.) aufzunehmen. Zu Beginn haben wir ein engmaschiges Fixpunktnetz erstellt. Dieses sowie der Einsatz von Robotik-Tachymetern ermöglicht während der Ausführung ein effizientes Arbeiten im Einmannbetrieb. Im eng begrenzten Baustellenperimeter kann so flexibel stationiert und gearbeitet werden, ohne die Bauarbeiten zu beeinträchtigen. Für die Kontrolle und die Dokumentation von Geländeanpassungen, zum Beispiel beim Oberholzbach, setzen wir Drohnen ein. Dies macht es möglich, Oberflächen detailliert und rasch zu erfassen. Neben der Erstellung von Terrainmodellen können auch Orthofotos generiert werden, was für die Dokumentation und die Visualisierung der Baufortschritte Vorteile bietet.

Bei Arbeiten auf Nationalstrassen darf der Verkehrsfluss nicht gestört werden. Zugleich darf während der Ausführung der Baustellenbetrieb nicht beeinträchtigt werden. Das enge Terminprogramm sowie die vielen parallel laufenden Bautätigkeiten verlangen eine hohe Flexibilität während der Ausführung. All das stellt hohe Anforderungen an die Vermessungsfachleute. Moderne Messmethoden und Hilfsmittel wie Scanner, Drohnen und Robotik-Tachymeter unterstützen die Fachleute bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Bei der Emch+Berger AG Vermessungen sind zurzeit zwei Scannersysteme, drei Drohnen sowie mehrere Robotik-Tachymeter im Einsatz.