Energieberatung für Gebäude und Areale: Unterstützung von Eigentümern bei der energietechnischen Sanierung

«Energiebedarf für Gebäude halbieren», «Als Eigentümer Steuern sparen», «Alles auf Grün», «Energiesparen im grossen Stil», so lauten viele Schlagzeilen. Obwohl die Steigerung der Energieeffizienz allgegenwärtig scheint, zeichnet die jährliche Sanierungsrate der Gebäude von nur gerade 1 Prozent ein anderes Bild. Emch+Berger zeigt Immobilienbesitzern im Rahmen der Energieberatung auf, wie sich bestehende Liegenschaften energetisch für die Zukunft rüsten lassen.

Unser Vorgehen bei einer Energieberatung lässt sich am Beispiel eines Mehrfamilienhauses (MFH) im Kanton Zürich beschreiben. Die Liegenschaft wurde im Jahr 1964 dem damaligen Stand der Technik entsprechend gebaut. Das MFH umfasst eine beheizte Brutto-Grundfläche (Energiebezugsfläche EBF) von insgesamt 1717 m2, verteilt auf 14 unterschiedlich grosse Wohnungen. Die Aussenwände sind zum grössten Teil ohne Wärmedämmung betoniert und verputzt. Das ebenfalls betonierte Flachdach ist mit einer 10 cm starken Polyurethan-Schicht (PUR) gedämmt.

Bei einer gemeinsamen Begehung mit der Eigentümerschaft nehmen wir die energetisch relevanten Komponenten auf und analysieren die verfügbaren Pläne des Gebäudes sowie die Energieverbrauchsdaten. Die erhobenen Daten pflegen wir in das Tool des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK) ein. Der berechnete GEAK zeigt einerseits, wie energieeffizient die Gebäudehülle ist, und andererseits, wie viel Energie ein Gebäude bei einer Standardnutzung benötigt. In unserem Beispiel weist das MFH eine Gebäudehülleneffizienz von 114 kWh/(m2a) und eine Gesamtenergieeffizienz von 267 kWh/(m2a) auf. Die heutigen Anforderungen an die Gebäudehülle liegen beim Referenzprojekt bei höchstens 34 kWh/(m2a). Daraus resultiert, dass es sich beim MFH um einen Altbau mit lückenhafter Wärmedämmung handelt und ein grosses Einspar- und Erneuerungspotenzial vorhanden ist.

Zusätzlich zum GEAK erstellen wir einen Beratungsbericht. Dieser beinhaltet konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Einsatz von erneuerbaren Energien. Die Massnahmen für Gebäudehülle, Heizung und Warmwasseraufbereitung sowie die elektrischen Geräte werden im Beratungsbericht detailliert beschrieben. Aus den Massnahmen lassen sich bis zu drei energetische Sanierungsvarianten inkl. Kosten und Fördermöglichkeiten ableiten. Damit verfügt die Eigentümerschaft über eine detaillierte, objektive Grundlage für die Planung und Finanzierung ihrer Gebäudesanierung. Mit einem GEAK Plus erhält die Eigentümerin oder der Eigentümer die weiterführende Empfehlung, welche Massnahmen sich unter Berücksichtigung der damit verbundenen Kosten und erzielten Energieeinsparungen zu welchem Zeitpunkt am besten umsetzen lassen.

Beim MFH in Zürich wird auf Basis unserer Empfehlung die Wärmedämmung zusammen mit der Erneuerung der Flachdachabdichtung auf insgesamt 16 cm ergänzt. Durch die zeitgleiche Ausführung von «normalen» Unterhaltsarbeiten und energietechnischen Massnahmen lassen sich bei den Arbeiten gezielt Synergien nutzen und damit Kosten reduzieren – beispielsweise wird die Dachrandabdeckung nur einmal entfernt und neu montiert. Im nächsten Jahr ist geplant, die gesamte Fassade zu dämmen und die zum Teil sehr alten Fenster zu ersetzen. Diese beiden Massnahmen senken den Energieverbrauch um ca. 70 % – auf Neubauwert. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet dies eine erhebliche Komfortverbesserung durch angenehme Innentemperaturen im Winter und Sommer.

Wenn auch Sie handeln wollen, unterstützen wir Sie mit unserer Energieberatung gerne.

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Autor/en
Karin Scheidegger
Emch+Berger AG Bern