Rollende Planung für anspruchsvolles Generalplaner-Mandat

Im Auftrag von Swisscom sorgte die Emch+Berger AG Gesamtplanung Hochbau als Generalplaner dafür, dass der neue Business Park den 500 Mitarbeitenden der Region Wallis fristgerecht seit Anfang 2016 in Sitten zur Verfügung steht.

Das Vorprojekt war durch die Architekten Suter Sauthier & Associés erarbeitet worden, und die Architekten wurden zusammen mit den Bau- und HLKSE-Ingenieuren in das Generalplaner-Team aufgenommen. Später ist das Planerteam rasch mit weiteren Spezialisten aus dem Emch+Berger-Umkreis oder auf Empfehlung der Bauherrschaft erweitert worden. Swisscom hatte nicht nur den Zeitplan des Vorhabens im Voraus bestimmt, sondern auch die Organisation der Projektrealisierung mit einem Generalunternehmer definiert. Um diese spezifischen Anforderungen zeitlich zu bewältigen, war eine rollende Planung unabhängig von den SIA-Phasen notwendig.

Während der Erarbeitung des Vorprojektes durch die Haustechnikingenieure begannen bereits die Erstellung der Baueingabe und die Redaktion der Submissionsunterlagen der Generalunternehmerausschreibung. Natürlich birgt ein solches Vorgehen gewisse Risiken. Es ist daher unabdingbar, ein motiviertes und kompetentes Planerteam zu bilden, damit das Projekt laufend optimiert werden kann.

Kurz nach der Baueingabe Ende Oktober 2013 fand Mitte November 2013 die erste Abgabe der Submissionsunterlagen an die Generalunternehmer statt, sechs Monate nachdem das Generalplaner-Mandat begonnen hatte. Das gleiche Prinzip der rollenden Planung war auch auf die GU-Ausschreibung anzuwenden, denn am Anfang des Ausschreibungsprozesses waren nicht alle Unterlagen verfügbar. Dies bedingt seitens Planung, dass die Submissionsunterlagen gut strukturiert werden und dass während des Submissionsverfahrens eine klare Kommunikation mit den mitbewerbenden Generalunternehmern geführt wird.

Seit der Abgabe der ersten Dokumente Mitte November 2013 bis Mitte März 2014 wurden vier Updates und zusätzliche Submissionsunterlagen abgegeben. Das war sowohl für das Planerteam als auch für die an der Submission teilnehmenden Generalunternehmer eine grosse Herausforderung. Swisscom unterzeichnete den GU-Vertrag für den Business Park Sion mit Implenia Schweiz AG, und das Projekt wurde vom Sommer 2014 bis Ende 2015 realisiert. Das Gebäude konnte Anfang 2016 erfolgreich in Betrieb genommen werden.

Der ökologisch vorbildliche Bau entspricht den strikten Vorgaben der Nachhaltigkeit. Nach Berechnung der Energiebilanz (gemäss SIA 380/1) soll das Gebäude mit der Qualität von MINERGIE-P® 46 Prozent weniger Energie verbrauchen als ein herkömmliches Gebäude gleicher Grösse. Die Baute wird mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe von 222 kW beheizt und bezieht ihre Energie aus dem Grundwasser. Eine Gasheizung mit 250 kW dient dazu, Perioden mit hoher Kälte zu überbrücken und die Redundanz des Systems sicherzustellen. Die Wärmeverteilung im Gebäude erfolgt über Hybridpaneele an den Decken, welche auch die Kühlung (Free Cooling) im Sommer sicherstellen. Alle HLK-Anlagen sind an eine zentrale Steuerung angeschlossen, welche auch die Aussenstoren für den Sonnenschutz reguliert. Um den Anteil erneuerbarer Energie zu erhöhen, wurde auf dem Dach des Gebäudes eine Fotovoltaikanlage mit 212 Solarpaneelen installiert, die eine mittlere Jahresproduktion von 63‘000 kWh erreichen und damit einen Teil des eigenen Stromverbrauchs abdecken. Durch die systematische Anwendung von ökologischen Materialien hat das Gebäude die MINERGIE-ECO®-Zertifizierung erfolgreich bestanden.

Mit diesem Projekt durfte die Emch+Berger AG Gesamtplanung Hochbau in Lausanne die Generalplanung einer der ersten MINERGIE-P-ECO®-Realisierungen im Kanton Wallis durchführen.

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Author/s
Thomas Henking
Emch+Berger ImmoConsult AG