N01a Crissier – Dringender Eingriff bei der PS Lausanne-Malley
Immer wieder sind wir im Auftrag des Bundesamts für Strassen (ASTRA) tätig, um Zustandsuntersuchungen von Kunstbauten durchzuführen, wie etwa Stützbauwerke oder Autobahnüberführungen. Diese Untersuchungen ermöglichen die Planung von Unterhalts- oder Verstärkungsmassnahmen in regelmässigen Abständen, in der Regel alle 25 Jahre – ausser bei Auffälligkeiten, die ein sofortiges Eingreifen erfordern.
Im Rahmen eines Planungsmandats für Unterhalts- und Ausbauarbeiten beim Engpass Crissier, auf dem Abschnitt Crissier–Maladière (TP4) der N1a, wurde beim Überführungsbauwerk der Verzweigung Lausanne-Malley (PS JCT Lausanne-Malley) ein unzureichender Widerstand gegen Schubkräfte festgestellt, was eine dringende Intervention erforderlich macht.

Die Arbeitsgemeinschaft «em2» wurde als Projektverfasserin und für die Bauleitung beauftragt. Die Leistungen umfassten die Ausarbeitung des Interventionsprojekts (MP-VoMa), die Ausschreibung, das Ausführungsprojekt sowie die Bauleitung der Unterhalts- und Verstärkungsarbeiten am PS JCT Lausanne-Malley.
Diese Arbeiten zeichneten sich durch ihre technische Komplexität aus, insbesondere aufgrund der hohen Anforderungen an die Aufrechterhaltung des Verkehrs, sowohl auf der Nationalstrasse als auch auf der wichtigen Zufahrtsachse in die Stadt und zum Universitätsgebiet.
Sanierungsmassnahmen

Die Unterhalts- und Sanierungsarbeiten betrafen den Ersatz der nichttragenden, sekundären Elemente der Brücke, insbesondere:
- die Leitschienen
- die Abdichtung in LBP-Bahnen,
- den Asphaltbelag MA,
- die Granitbordsteine,
- die technischen Leitungen,
- die aufgehängten elektrischen BSA-Anlagen.
Massnahmen zur Normkonformität
Um den aktuellen Anforderungen des ASTRA gerecht zu werden, wurden die äusseren Bordsteine der Gehwege, die die Leitschienen tragen, verbreitert.
Beim Entfernen der bestehenden Bordsteine wurden korrodierte Bewehrungen mit kritischen Querschnittsverlusten entdeckt. Diese wurden durch neue, eingeklebte Bewehrungsstäbe ersetzt, um die strukturelle Integrität wiederherzustellen.


Verstärkungsmassnahmen
Die statischen Berechnungen zeigten eine unzureichende Schubtragfähigkeit der Brückenträger, insbesondere im Bereich der mittleren Stütze. Die Verstärkung wurde in zwei Phasen geplant: Die Phase 1, die im Jahr 2024 durchgeführt wurde, bestand darin, von der Oberseite der Fahrbahnplatte aus Bewehrungsstäbe einzubauen, die eingeklebt und als Anschlusselemente vorbereitet wurden. Die Phase 2 wird zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt und umfasst den Anschluss dieser Stäbe von der Unterseite der Fahrbahnplatte, wobei während der Arbeiten eine spezielle Verkehrsführung auf der Autobahn erforderlich ist.


Massnahmen im Strassenbau
Das Projekt umfasste zudem die Anpassung des Abschnitts der RC1 in Verlängerung der Überführung, zwischen dem Kreisverkehr der UNIL und der Kreuzung Bourdonnette. Die Eingriffe umfassten:
- die Erstellung eines kombinierten Gehwegs mit Radweg,
- die Sanierung der Wasser- und Stromleitungen,
- die Aufhebung des Mittelstreifens zur Optimierung der Fahrbahnbreite,
- den Ersatz der Kandelaber und der Signalisation.
Dank dieser gezielten Massnahmen konnte sowohl die strukturelle als auch die funktionale Sicherheit des Bauwerks wiederhergestellt werden, während gleichzeitig der Verkehr in einem dicht bebauten städtischen Umfeld aufrechterhalten blieb. Dies stellt ein konkretes Beispiel für eine den aktuellen Mobilitätsanforderungen angepasste Ingenieurleistung dar.



