Materialbewirtschaftung und Logistik zweite Gotthardröhre
Description du projet
Nach ca. 45 Betriebsjahren muss der bestehende Gotthard-Strassentunnel umfassend saniert werden. Aus diesem Grund wird eine zweite Tunnelröhre (2TG) mit diversen Annexbauwerken errichtet. Der Projektperimeter 2TG umfasst die neue Röhre, die Anbindung an die bestehenden, offenen Anschlussstrecken und an das bestehende Tunnelsystem sowie die Materialbewirtschaftung. Mit der Planung für den Rohbau 2TG ist die Ingenieurgemeinschaft IG Nuovo Gottardo beauftragt, an welcher die Emch+Berger AG Bern beteiligt ist und dabei den Fachbereich Materialbewirtschaftung (MBW) und Logistik vollumfänglich abdeckt.
Beim Projekt 2TG fallen rund 7.4 Mio. to Ausbruchmaterial. Die Entsorgungslösung basiert auf dem Standardprozess mit Analyse des Ausgangsmaterials, Festlegung von Materialklassen je nach technischen Eigenschaften sowie nach Verschmutzungsgrad, Triagierung, Aufbereitung und Verwertung. Dazu sind die örtlichen und zeitlichen Randbedingungen (Anfall pro Zeiteinheit) massgeblich mitentscheidend bezüglich Erschliessung und Transport, Zwischenlagerung und Verwertungsmöglichkeiten bzw. Annahmekapazität von Entsorgungs- bzw. Verwertungsbetrieben.
Die Logistikeinrichtungen an beiden Portalen in Göschenen und Airolo müssen in engen Platzverhältnissen für die hohen Leistungen bei den Tunnelvortrieben errichtet werden. Für baustelleninterne Transporte kommen Förderbänder zum Einsatz, externe Transporte erfolgen prioritär per Bahn und werden wo nötig durch LKW-Transporte ergänzt. Für den Entlad ab Bahn von Ausbruchmaterial bzw. für projektintern hergestellte Gesteinskörungen von Beton werden sowohl in Göschen wie auch in Airolo Kippstellen mit den nötigen Baugruben im Gleisbereich erstellt. In Göschenen wird ein Zwischenlager für Ausbruchmaterial in engen errichtet. Im Raum Airolo / Stalvedro am Südportal werden umfangreiche Zwischenlager errichtet und betrieben. Geeignetes Ausbruchmaterial wird in einer eigens dafür aufgestellten Materialaufbereitungsanlage zu Gesteinskörnungen für Beton verarbeitet. Weiter wird anfallendes Ausbruchmaterial bei Geländemodellierungen am Südportal geschüttet. Ein grosser Teil des Ausbruchsmaterial geht an das Projekt zur Renaturierung von Flachwasserzonen im Urnersee.