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Autor/en
Adam Meszes
BSc HES-SO en génie-civil
Ingénieur de projet
Emch+Berger AG Bern, Succursale de Fribourg
vCard
18.06.2021

Instandsetzung der Sankt Johann Brücke in Freiburg

Die Sankt Johann Brücke, die 1746 über die Sarine gebaut wurde, ist aus Natursteinmauerwerk gefertigt. Als Kunstwerk von historischem Wert musste sichergestellt werden, dass die Substanz des Bauwerks erhalten bleibt und gleichzeitig ein innovatives Konzept mit dem Einsatz von UHFB realisiert werden konnte.

Das Bauwerk aus Natursteinmauerwerk ist eine Dreibogen-Brücke, deren Brückendeck als Eselsrücken ausgebildet ist. Er ist Teil eines historischen Weges von nationaler Bedeutung im Inventar der historischen Wege der Schweiz (IVS) und ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) mit dem Erhaltungsziel A aufgeführt. Als einziges Bauwerk, welches das Neustadtquartier mit der Oberen Matte verbindet, ist sie ein wichtiges Bindeglied auf der Verkehrsachse der Unterstadt. Sie wird sowohl vom schweren Straßenverkehr (Busse) als auch vom Langsam-Verkehr genutzt.

Um den hohen Anforderungen dieser aussergewöhnlichen Sanierung gerecht zu werden, schlugen wir den Einsatz von ultrahochfestem faserverstärktem Beton (UHFB) vor. Dieses innovative Material bietet eine dauerhafte Lösung, die schnell umgesetzt werden kann. Über der UHFB-Abdichtungsschicht wird die Struktur des denkmalgeschützten Bauwerks durch die Instandsetzung der Pflasterung und deren Fugen aus Sand erhalten. Eine komplette Reinigung des Mauerwerks mit gelegentlichen Reparaturen verschönert die Fassadenansicht. Dank sorgfältiger Planung und Überwachung konnten die Auswirkungen auf die Anwohner und Nutzer minimiert werden, und das Bauwerk konnte zum vorgesehenen Termin wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Wir haben sowohl die Projektplanung als auch die Bauleitung der Arbeiten übernommen. Unsere Vorschläge ermöglichten es der Stadt Freiburg, mutige Entscheidungen zu treffen, um diesem emblematischen Bauwerk in der Unterstadt neues Leben einzuhauchen.

Kennzahlen

  • Erste Holzkonstruktion: 1259
  • Steinbau: 1746
  • Länge: 60 Meter
  • Breite: 4.5 Meter
  • Maximales Ladegewicht: 40 Tonnen
  • Kosten für den Bau: 650 000 Franken

Ultrahochfester faserverstärkter Beton (UHFB)
Dieses Material enthält Metallfasern, die ihn fester und verformbarer, elastischer und damit langlebiger machen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Arbeiten ohne witterungsabhängigen Zeitverlust durchgeführt werden können. Darüber hinaus reicht eine drei Zentimeter dicke Schicht des neuen Materials aus, um die Brücke zu verstärken und abzudichten. Damit wurden die alten Unterschichten unter den Pflastersteinen ersetzt, was die Überlast der Brücke reduziert und die Sicherheitshöhe der geschützten Mauerwerksbrüstungen erhöht hat.