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Erschliessung Talstation Andermatt-Personenunterführung

Mit dem Neubau des Bahnhofs Andermatt und den neuen Skianlagen für die Skiarena Andermatt-Sedrun müssen auch die Fussgängerverbindungen um den Bahnhof neu geregelt werden. Dafür wurden neue Personenunterführungen erstellt, die das Dorf Andermatt mit dem neuen Resort an einem zentralen Knotenpunkt verbinden. Durch die Neubauten gelangt man vom Bahnhof unter den Gleisen der Matterhorn Gotthardbahn und unter der Kantonsstrasse direkt zur Talstation. Alle Anlagen wurden unter laufendem Betrieb und sehr kurzen Zeitspannen erstellt. Dies stellte auch spezielle Anforderungen an die Art und Weise der Bauausführung.
Der erste Teil der Unterführung, die Hauptverbindungsachse zwischen Dorf und Resort, wurde 2014 nördlich des Gleisfeldes vorfabriziert und rund 50 Meter Richtung Süden unter die bestehende Gleisanlage des Bahnhofs verschoben. Die Verschiebung der rund 2'500 Tonnen schweren Unterführung erfolgte in zwei Etappen. In der zweiten Etappe konnte die Bahn nach 120 Stunden Betriebsunterbruch bereits über die neue Personenunterführung fahren.
Für die Zugänge zur Hauptverbindung wurde 2016 mit den Vorarbeiten begonnen. Es mussten Rühlwände, Spundwände und Bohrpfähle eingebracht und eine 1'100 mm Meteorwasserleitung über einen neuen Dücker umgeleitet werden. Im Frühling 2017 wurden dann die Hauptarbeiten für den Aufgang Ost zur neuen Talstation sowie den Aufgang Süd zum Bahnhofplatz gestartet.
Für den hindernisfreien Zugang zu den drei Perronkanten, wurde 2018 ein weiterer Ausgang auf das Zwischenperron des Bahnhofs erstellt. Nördlich der Personenunterführung entstand eine neue Bahnhofshalle mit einer Einstellhalle sowie Wohn- und Gewerbefläche. Die Baugrube mit ihrer Dimension sowie der bahnnahen Lage war eine weitere grosse Herausforderung bei diesem spannenden Grossprojekt.

Ort
Andermatt
Kunde
Matterhorn Gotthard Bahn (MGB)
Andermatt Swiss Alps AG, Altdorf
Bausumme
76.2 Mio. CHF (Gesamtprojekt)
Zeitraum
2014
2019
Tätigkeitsfelder
Infrastruktur;Bahninfrastruktur
Erbrachte Leistungen
Vorprojekt bis Bauprojekt inkl. PGV
Ingenieur-Mandat als Gesamtleiter und Spezialist
Bahnanlagen, Gleisplanung, Stellwerk
Bauingenieur, Vermessung
Naturgefahren, Umwelt
Weiterführende Informationen

Der Aufgang Ost zur Talstation bildet eine rund 50 m lange Unterführung, welche sowohl zwei Gleise der Matterhorn Gotthardbahn in Richtung Göschenen als auch die Kantonsstrasse unterquert. Da die Gleise nur für 6 Wochen unterbrochen werden konnten, wurde der erste Teil der Unterführung in Deckelbauweise erstellt. In der Sperre konnten die Spundwände eingebracht und die Ortbetondecke betoniert und mit Stahlvorrichtungen an den Spundwänden aufgehängt werden. Die Unterquerung der Kantonsstrasse erfolgt mit dem Einbau einer Hilfsbrücke in einer Nachtschicht, welche ebenfalls auf die Spundwände aufgelagert wurde. Die zahlreichen Werkleitungen wurden mit Hilfskonstruktionen über die Baugrube gesichert resp. aufgehängt.