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Ersatzneubau Gartenstrasse, Baden

Der kräftige Gebäudeausdruck behauptet sich in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das tiefengestaffelte Holzkleid verleiht dem Wohnhaus aber eine warme Tonigkeit. Zur Strasse erzeugen französische Fenster einen städtischen Charakter. Mit dem Laubengang zum Hof kommt der genossenschaftliche Gedanke zum Tragen. Der Gartenhof und die Dachterrasse mit Waschküche machen den Laubengang zu einem wichtigen Ort der Begegnung. Auf die ambitionierten Mietpreisvorgabe haben wir mit einer flächeneffizienten Gebäudetypologie reagiert. Die Wohnungen sind auf dem Prinzip der Raumfolge aufgebaut und funktionieren ohne Erschliessung. Innere Verglasungen erzeugen eine hohe Durchlässigkeit sowie eine Nutzungsflexibilität für die Bewohner. Das Jahreszeitenzimmer lässt sich dabei über die ganze Raumbreite öffnen. Die innere Materialisierung wird durch einen Edelrohbau geprägt. Geschlämmerter Kalkstein kontrastiert sich mit den hölzernen Verglasungen.

Tragstruktur
Das 6-geschossige Mehrfamilienhaus mit einem Untergeschoss ist als Hybridbau realisiert. Die Haupttragkonstruktion wurde in Massivbauweise erstellt. Die vertikalen Tragelemente leiten die anfallenden Lasten in den gut tragfähigen Baugrund ab. Die Decken wurden als Flachdeckenkonstruktionen ausgebildet, welche minimale Stärken aufweisen, da die Wände über alle Geschosse auf Wunsch des Architekten in sichtbarem Mauerwerk ausgeführt werden mussten. Dies wurde zum grössten Teil auch realisiert, lediglich die aussteifenden Wände für den Lastfall Erdbeben und Wind wurden in Ortbeton erstellt. Die Koordination mit der Haustechnik bedurfte einer intensiven Vorplanung, da Aussparungen und/oder Durchdringungen im tragenden Mauerwerk nur bedingt möglich waren.

Fassade
Die Fassade wurde in Holz erstellt und gibt dem Gebäude den massgeblichen Charakter. Die aussenliegenden Treppenhäuser sowie die Laubengänge sind aus hochwertigem Sichtbeton vor Ort erstellt worden. Sämtliche Bauteile sind vom Gebäude thermisch abgekoppelt.
Strassenseitig verlaufen sichtbar vorfabrizierte Betonriegel, die ebenfalls thermisch vom Gebäude abgetrennt werden mussten. Kittfugen bei den Elementübergängen waren nicht erwünscht, daher wurden die Elemente stumpf gestossen und verklebt. Gegen die statische Verkippung wurden zusätzlich Dorne eingebaut. Die Elemente mussten auf der Baustelle an den Stossstellen sauber abgeschliffen werden, damit der Elementstoss geradlinig und minimal mit einer Stärke von max. 5mm ausgebildet werden konnte.

Bausumme
bearbeitete Baukosten: 1.5 Mio. CHF
Bauherr
Genossenschaft Lägern Wohnen, Wettingen
Architekt
Meier Leder Architekten AG
Zeitraum
2016
2017
Ansprechpartner
Tätigkeitsfelder
Konstruktiver Ingenieurhochbau
Erbrachte Leistungen
Baugrube, Massivbau, Elementbau
Charakteristische Angaben
Sichtbeton vorfabriziert und in Ortbeton
Sichtbetonelementstösse verklebt, keine Kittfugen
Haupttragkonstruktion in Sichtmauerwerk
Weiterführende Informationen

Fotos: Meier Leder Architekten AG, Baden