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07.04.2026

Vom Hörsaal auf die Baustelle

Theorie an der ETH Zürich, Praxis bei Emch+Berger in Brig. Tim Pianzola zeigt, wie man als Werkstudent das Beste aus beiden Welten kombiniert. 

Der Weg vom ersten Entwurf bis zum fertigen Bauwerk ist lang – und oft stark theoretisch. Wer an der ETH Zürich Bauingenieurwissenschaften studiert, taucht tief in die Welt der Berechnungen und Modelle ein. Doch wie fühlt es sich an, wenn aus einer Formel plötzlich ein reales Fundament wird? Tim Pianzola wollte das nicht erst nach dem Abschluss erfahren. Wir haben mit ihm über seinen Weg vom Praktikanten zum angehenden Bauingenieur gesprochen.

Tim, vor über vier Jahren hast du ein 4-monatiges Praktikum bei uns absolviert. Mittlerweile arbeitest du neben deinem Masterstudium Teilzeit an unserer Niederlassung in Brig. Wie kam es eigentlich zu dieser Zusammenarbeit?
Beworben hatte ich mich ursprünglich nur für das viermonatige Praktikum vor vier Jahren. Für die Werkstudentenstelle bin ich später am Kontaktanlass der ETH (Kontakttreffen Hönggerberg) am Stand vorbeigegangen, um ein bisschen zu «dorfen». Am Abend kam dann direkt eine E-Mail vom damaligen HR mit der Frage nach einem Telefonat. So hat sich das eine zum anderen gefügt.

Warum hast du dich für das Modell als Werkstudent entschieden?
Die Ausbildung an der ETH ist stark auf Forschung und Theorie ausgelegt. Als Werkstudent sammelt man parallel dazu die nötige Praxiserfahrung. Das ist nicht nur eine fachliche Bereicherung, sondern dient auch als enorme Motivation: Man sieht endlich live, wofür man im Hörsaal büffelt.

Und warum ein Werkstudium bei der Emch+Berger?
Ein Grund dafür ist eindeutig die Projektvielfalt. Ich wusste, dass das Unternehmen schweizweit in extrem vielen Gebieten tätig ist. Das hilft enorm dabei, herauszufinden, worin man sich im Studium eigentlich vertiefen möchte. Und natürlich hat die Chemie gestimmt: Das Team in Brig ist super sympathisch und weiss einfach, wie man «gschäftot».

Wie erlebst du den Kontrast zwischen der ETH und dem Arbeitsalltag in Brig?
Der grösste Unterschied? Im Studium rechnet man an Beispielen. Bei der Arbeit hat das, was man plant, einen echten Einfluss auf die Umwelt. Die ETH ist sehr forschungsorientiert und theoretisch. Die Arbeit als Werkstudent ist für mich die perfekte Motivationsspritze: Man sammelt praktische Erfahrung und sieht endlich schwarz auf weiss, wofür man die ganze Theorie eigentlich lernt. Mich hat auch überrascht, wie schnell man hier Verantwortung übernehmen darf. Man wird anfangs natürlich gut betreut, aber man ist sofort Teil des Ganzen.

War Bauingenieur schon immer dein Traumberuf?
Als Kind wollte ich einfach «auf den Bau» – egal ob als Bauarbeiter, Ingenieur oder Zuschauer (lacht). Im Gymnasium tendierte ich erst zur Architektur, merkte aber rechtzeitig, dass ich meine Interessen im Bauingenieurswesen besser abdecken kann. Das Bauingenieurwesen war da die logische Konsequenz.

Ein Blick in die Zukunft
Für Tim neigt sich die Zeit als Student dem Ende zu. Er befindet sich im letzten Semester und schreibt an seiner Masterarbeit. Was er an seinem Beruf besonders schätzt? Die Beständigkeit. «Eine Brücke steht im Idealfall 70 Jahre oder länger. Wir schaffen Dinge, von denen noch Generationen nach uns profitieren», erklärt er. Auch wenn seine Zukunft noch nicht final in Stein gemeisselt ist, eines ist klar: Die Kombination aus fundierter Theorie und praktischem Anpacken hat Tim optimal auf das Berufsleben vorbereitet.

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